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Für den Traum von einer Cruise nach New York die Flugangst besiegen...

Bis zum 14. Mai diesen Jahres bin ich mein Lebtag noch in keinem Flieger gesessen und war immer überzeugt, dass ich in so einen "Stahlsarg" auch nie einsteigen werde.

 

Ich hatte schon immer Angst vorm Fliegen, hatte immer nur Horrorbilder von brennenden Triebwerken, abbrechenden Tragflächen und Absürzen im Kopf, wenn ich an Flugzeuge dachte. 

Für mich war es schon Horror, an einem Flughafen auf der Autobahn vorbei zu fahren und einen Flieger zu sichten. Gleich gab es Panik, der Flieger könnte auf die Bahn stürzen. 

 

Da ich bis zur ersten Cruise 2008 eh nie so großes Fernweh hatte, ab da dann ja auch viele tolle Routen ohne Fleiger angehen konnte (wenn auch mit viel Aufwand, mit dem PKW nach Barcelona ist nicht gerade der Burner ;-)  ) und ich auch beruflich nie fliegen muß, sah ich auch nie eine Notwendigeit, mich der großen Angst zu stellen.

 

Erst, als mein Mann und ich immer öfter von einer Kreuzfahrt nach oder ab New York tröumten und wir uns überlegten: Zu seinem 50 in nun gut 6 Jahren, soll es soweit sein, wurde mir klar: Es würde zwar nur per Schiff gehen. Aber Kosten und auch Urlaubstage würden wohl unseren Rahmen sprengen. 

 

Also blieb nur eines: Anfangen, sich der Angst zu stellen. Und somit habe ich dann im Januar dieses Jahres angefangen zu googeln: Nach Seminaren, nach Foren etc. Und so bin ich im Forum von "treffpunkt Flugangst" gelandet (wie passend beim Thema fliegen.. )

 

Erst habe ich mich ein wenig durch die Beiträge gelsen und gemerkt: Da sind viele, denen es ähnlich geht.. Und es waren kompetente User dabei. Pilot, Flugbegeliterin...

Also fasste ich mir ein Herz und eröffnete ein Posting in dem ich alles offen legte. Und ab da nahm es rasant Fahrt auf. Ich bekam so viele hilfreiche Tipps, Buchempfehlungen, interessante Reportagen auf Youtube etc. 

 

Zum ersten Mal setzte ich mich damit auseinander, wie ein Flugzeug überhaupt fliegt, was es heißt, wenn wirklich mal ein Triebwerk ausällt. Erfuhr, dass es nicht gleich einen Absturz bedeutet. 

 

Zunehmend faszienierte mich sogar das Thema Fliegen. Ich liebte es, Reportagen zu schauen. Und dann sollte der nächste Schritt kommen. Mir wurde eine Flugahfenführung empfohlen. Und ich fühlte mich bereit, den Fliegern zumindest am Boden mal nahe zu kommen. 

 

Gesagt, getan. Die Tour haben wir in Düsseldorf gemacht und sie war großartig. Zwar waren zwischendurch, als wir sehr nah an den Fliegern auf dem Vorfeld waren, die Angst da.. Aber nicht mehr so panisch. 

 

Auch besuchten wir noch die Besucherterasse und schauten uns die Landung des A380 an. Der hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Ein Foto von ihm habe ich dann mit einer Sprechblase versehen ("Ich tu nichts, ich will nur fliegen) und ihn mir an unseren Kühlschrank gepinnt. Dort hängen die kitschigen Magnetpins von den Häfen, in denen wir schon waren. Es sollte mir einfach jeden Tag bewußt machen, dass ein Flieger nichts Böses will, sondern mich bequem an die schönsten Orte der Welt bringen, von wo aus man herrliche Kreuzfahrten machen kann.

 

Irgendwann Ende Februar war mir dann klar: Die Ängste, die jetzt noch da waren (wie fühlt sich Fliegen an, kann ich es haben und was, wenn nicht), konnte ich nur mit einem Flug besiegen bzw. es rausfinden. 

 

Nach reiflicher Überlegung buchten wir quasi enen Probeflug. Es sollte zum letzten Bayern Heimspiel gehen. Die Fahrt stand eh an und so gaben wir unsere Bulliplätze an zwei Mitglieder aus unserem Fanclub ab und wir buchten mit einer lieben Freundin zusammen den Flug. Zur Sicherheit haben wir die Rückfahrt mit Zug geplant. 

 

Bis zum geplanten Flug waren noch fast 3 Monate Zeit. Und zwischendrin gab es einige Rückschläge- Der Absturz der Maschine in Rußland, der Anschlag auf Brüssel. Aber das Forum und eine Flugangstgruppe bie Facebook haben mir geholfen. 

 

Auch ein weiterer Besuch in Düsseldorf - von wo aus auch der Flug gin), stand noch an.

 

Und dann war es soweit: Der 14.05.2016. 

Ich war nervös aber voller Vorfreude. Doch leider schwand die in dem Moment, wo wir in die Ablfughalle kamen und ich "unseren" Flieger stehen sah. Tränen und ein : Ich kann da nicht rein". Aber mein Mann und meine Freundin konnte mich fürs Erste beruhigen. 

 

Aber nur so lange, bis dann das Boarding losging. Vor der Tür am Flieger ging dann erstmal nichts mehr: Wieder Tränen und ich konnte nicht reingehen. Da kam aber schon direkt die nette Flugbegleiterin der Lufhansa. Und als ich ihr offenbarte, was Sache ist, sagte sie direkt: "Na dann erstmal ab in Cockpit unsere Piloten kennenlernen"

Und die waren auch super nett, haben mich beruhig und als ich dann erstmal zu mienem Platz ging, kam die nette Flugbegleiterin noch mal auf mich zu und drückte mir einen Plüschflieger in die Hand mit den Worten: "Den einfach beim Start feste drücken". 

 

Erstmal war ich beruhigter und konnte sogar Späßchen machen. Doch als der Flieger sich dann beim Pushback in Bewegung setzte, wurde es wieder schlimmer. Tja und auf der Startbahn dann die Panik in voller Wucht: Ich habe nur immer wieder gerufen "Lasst mich raus, bitte, ich will hier raus".. Ging natürlich nicht, der Flieger raste ja schon über die Startbahn. 

Aber auf einmal merkte ich, dass ich irgendwie anders im Sitz saß, schaute kurz nach recht und bemerkte, dass wir gerade abgehoben waren und ich gar nichts gemerkt habe (hatte so eine Panik, dass es im Magen wie Achterbahn ist und das dann aber so lange, bis wir Reiseflughöhe erreichen würden). Aber nichts war es.

Und ab dann wurde ich einfach nur euphorisch. Schaute immer wieder aus dem Fenster, genoß den Flug, fand sogar das Fliegen einer Kurve toll.. Ich konnte es kaum fassen, dass ich wirklich in einem Flieger saß.

 

Die Zeit verging auch wirklich wie im Flug und es begann schon wieder der Sinkflug. Auch der war überhaupt nicht schlimm für mich. Als wir in München aufsetzten war das erste was ich sagte: " Na toll und zurück müssen wir 5,5 Stunden mit dem Zug tingeln"

 

Ich durfte mich dann auch noch von den Piloten verabschieden und schon Montags, nachdem wir aus München zurück waren, buchten wir unsere Flüge für Oktober nach Barcelona. Dieses Mal also keine Autotour, wenn wir zur "Harmony of the seas" reisen. 

 

Nun sind wir sogar soweit, dass wir sagen: Ach, warum nicht schon 2018 New York? Es würde sich anbieten, weil ich in dem Jahr 40 werde und mein Mann und ich da auch noch unseren 10. Hochzeitstag haben. 

 

Bis dahin will ich aber weiter an meiner Flugangst arbeiten (denn im Unterbewußtsein ist da sicher noch einiges und wer weiß wie es ist, wenn mal ein Flug mit Turbulenzen kommt) und halt noch einige kleinere Flüge machen.

 

Jedenfalls werden wir nun auch endlich mal Routen in der Karibik in Augenschein nehmen können. 

 

Es lohnt sich, sich seiner Flugangst zu stellen. Kann ich jedem nur empfehlen. Auch wenn es kein leichter Weg ist und einer, der einen emotional auch sehr aufwühlen und fordern kann... 

 

LG mel

4.7.16 17:22

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